Frieda-Müller-Haus feierte Jubiläum

Das 1930 eingeweihte ehemalige Altersheim der Friedensstadt bietet nun Wohnraum für Jung und Alt

 Frieda-Müller-Haus
Zum Jubiläum ließen sich die Bewohner des Hauses fotografieren.

Zehn Jahre nach Grundsteinlegung des ersten Hauses in der Friedensstadt weihte der Gründer der Johannischen Kirche und Erbauer der Friedensstadt Joseph Weißenberg am 6. Juli 1930 das größte Gebäude seiner Siedlung als Altersheim ein und gab dem Haus und den darin lebenden und arbeitenden Menschen seinen Auftrag: "Dieses Heim soll zum Himmel erzieh’n!"

Kirchenverbot, Zwangsenteignung der Friedensstadt, Krieg und Nachkriegszeit, geteiltes Deutschland, Nutzung der Siedlung durch die sowjetische Armee – eine lange Zeit, in welcher das Haus nicht im ursprünglichen Sinne genutzt werden konnte. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde 1994 die Friedensstadt der Johannischen Kirche zurückgegeben.

"Tausend Worte sind noch keine Tat." Unter diesem Motto setzte Frieda Müller, die Tochter des Kirchengründers, das religiöse und soziale Wirken Joseph Weißenbergs fort. 1954 gründete sie das Johannische Sozialwerk, das bundesweit Einrichtungen unterhält und auch Träger dieses Hauses ist.

Von 2001 bis 2004 restauriert, saniert und einer Neukonzeption unterworfen, bietet das am 25. Juni 2004 in Frieda-Müller-Haus umbenannte Gebäude nun Platz für 44 Wohnungen. Heute eröffnet das Haus Jung und Alt die Möglichkeit, sicher und selbständig zu leben, auch wenn Einschränkungen körperlicher oder geistiger Art auftreten. Das Gebäude ist ideal in das soziale Netz der Friedensstadt eingebunden und beherbergt Einrichtungen wie das "CaféTassé", einen Frisör, einen Kosmetik- und Fußpflegesalon sowie die Kunstwerkstatt und das Natureck des Johannischen Sozialwerkes. Kostenlose Beratungssprechstunden zu sozialen Belangen werden durch eine Sozialarbeiterin im Haus angeboten. Die Rezeption informiert über Dienstleistungen, individuelle Hilfs- und Begleitdienste, Mahlzeitenservice und vermittelt diese. Ein Hausmeister sorgt handwerklich für den guten Zustand von Gebäude und Wohnungen. Der Raum der Stille steht für seelsorgerische und persönliche Gespräche, für Gebet und Meditation offen. Hierher werden die Gottesdienste der Johannischen Kirche vom Gotteshaus Waldfrieden übertragen, um den Bewohnern, die nicht dorthin kommen können, eine Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen.